366 x grün

Weblog des Grünen Archivs zur Geschichte der Grünen und Alternativen in Österreich

Kategorie: Wurzelwerk (Seite 2 von 3)

die Wurzeln der Grünen

Workshop “Braune Ökologie” in Salzburg

"Braune Ökologie" im Fokus zweier Workshops in Salzburg und St. Johann/Pongau.

“Braune Ökologie” im Fokus zweier Workshops in Salzburg und St. Johann/Pongau.

Der Einsatz für die Umwelt und Protest gegen umweltzerstörende Großbauten sind Teil des Ursprungs der Grünen Bewegung. Oft wird Umweltpolitik automatisch als etwas Kritisches und Linkes angesehen. Doch welche Ideologie steckt hinter den Anfängen und welche rechten Ausreißer gab es bei den Grünen? Wie passen Umweltschutz und rechtes Gedankengut etwa bei der FPÖ zusammen? Und wie sehr spielten “Heimatschutz” und Nationalismus innerhalb der Umweltbewegung eine Rolle?

Bei unserem Workshop “Braune Ökologie” mit dem Journalisten und Buchautor Peter Bierl setzen wir uns damit auseinander, was es mit der Verbindung von Umweltschutz und rechtem Gedankengut auf sich hat.

Termine in Salzburg und St. Johann/Pongau

Workshop “Braune Ökologie” in Salzburg Stadt:
Wann: Freitag, 28. Oktober, 15:00 bis 20:00 Uhr
Wo: Akzente Salzburg, Glockengasse 4c, 5020 Salzburg

Workshop “Braune Ökologie” in St. Johann/Pongau:
Wann: Samstag, 29. Oktober, 12:00 bis 16:00 Uhr
Wo: Hotel Brückenwirt, St. Johann im Pongau, Hauptstraße 78

Die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte um Anmeldung unter salzburg@junge-gruene.at

Interessierte sind herzlich willkommen! Bei Fragen kannst du dich einfach bei salzburg@junge-gruene.at oder unter 0650/3078660 melden!

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der Grünen Bildungswerkstatt Salzburg und der Jungen Grünen Salzburg.

291/366: Kommt zum Ostermarsch nach Zwentendorf

Aufruf zum Ostermarsch in Zwentendorf.

Aufruf zum Ostermarsch nach Zwentendorf (1979).

Heute wurden im Parlament “30 Jahre Grüne im Parlament” gefeiert. Wir gehen heute wieder zu den Wurzeln zurück – zum Ostermarsch nach Zwentendorf, zu dem die Initiative Österreichischer Atomkraftwerksgegner im April 1979 aufrief.

gesamtes Flugblatt zum Download: 291-ostermarsch-zwentendorf-aufruf (PDF, 0,8 MB)


Kommt alle zum Ostermarsch 1979

Die Initiative Österreichischer Atomkraftwerksgegner ruft am Wochenende nach Ostern, 21. 22. April 1979, zu einem Ostermarsch auf. Von 1958-1968 marschierten jedes Jahr zu Ostern hunderttausende Menschen in vielen Ländern der Erde, ungeachtet ihrer Weltanschauung, gegen das atomare Rüsten und für den Frieden. Heute, 10 Jahre später, nimmt die Bedrohung der Welt durch militärische und “friedliche” Nutzung der Atomenergie ein immer gefährlicheres Ausmaß an.

Reaktorkatastrophe

Atomkraftwerk Three Mile Island/’USA: Schwangere Frauen und Vorschulkinder in einem Umkreis von 8 km des Atomkraftwerks wurden angewiesen, die gefährdete Region zu verlassen. Den ca. 300.000 Bewohnern im Umkreis von 16 km wurde geraten, zu Hause zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. 200.000 Bewohner der Umgebung verließen fluchtartig die Gegend. An eine Evakuierung der Bevölkerung wird gedacht. Durch die großen Mengen radioaktiven Dampfes, der ausgeströmt war, wurde die Umgebung verseucht. In welchem Ausmaß, wird sich erst nach Jahren herausstellen. In den letzten Jahren mußte eine Reihe von Atomkraftwerken wegen Störfällen bzw. Widerstandes der Bevölkerung geschlossen werden. Die Tatsache jedoch bleibt, daß es in jedem der noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke zu Katastrophen ungeheuren Ausmaßes kommen kann.

Atommüllfabrik Gorleben

Auf einem 12 qkm umfassenden Areal soll ein Komplex von 68 bombensicheren Atombunkern entstehen, bis zu 65 m hoch, überragt von einer Batterie Schornsteine. In den Salzstock darunter würden kilometerlange Kammern und Stollen getrieben. Hier soll der Atommüll von 40 Atomkraftwerken wiederaufbereitet und endgelagert werden. Die Anlage gibt im Normalbetrieb 1000mal mehr Radioaktivität in die Luft ab, als alle von ihr betreuten Atomkraftwerke zusammen (nach Auskunft des Kernforschungszentrums Jülich, BRD). Jährlich würden 14 t Plutonium erzeugt, eine Menge, die für 7000 Nagasaki-Bomben ausreicht. Lesen Sie weiter

288/366: European Nuclear Disarmament im Titelbild

Europaweite Abrüstungskampagne

“Wir müssen damit anfangen, so zu handeln, als ob ein vereintes, neutrales und friedliches Europa bereits existiere”. European Nuclear Disarmament, kurz END, war eine europaweite Kampagne der Friedensbewegung, die sich im Kalten Krieg für europaweite Abrüstung und Annäherung zwischen den Blöcken einsetzte. Der sogenannte “END-Appell” wurde im April 1980 veröffentlicht. Hier ein Auszug:

Wir müssen gemeinsam darauf hinarbeiten, das gesamte Territorium Europas, von Polen bis Portugal, von atomaren Waffen, von Luft- und U-Boot-Stützpunkten und von allen Einrichtungen freizumachen, die mit der Erforschung oder Herstellung von Atomwaffen beschäftigt sind. Wir fordern die beiden Supermächte auf, sämtliche Atomwaffen vom europäischen Territorium abzuziehen. (…) Gleichzeitig müssen wir das Recht aller Bürger in Ost und West verteidigen und ausweiten, an dieser gemeinsamen Bewegung und an jeder Art von Meinungsaustausch teilzunehmen.

Wir appellieren an unsere Freunde in Europa gleich welchen Glaubens und welcher Weltanschauung, intensiv darüber nachzudenken, auf welche Weise wir für diese gemeinsamen Ziele zusammenarbeiten können. Wir stellen uns eine gesamteuropäische Kampagne vor, in der die verschiedensten Formen des Austauschs stattfinden, in der Vertreter verschiedener Länder und Meinungen miteinander beraten und ihre Aktionen miteinander koordinieren und in der die mehr informellen Begegnungsformen zwischen Universitäten, Kirchen, Frauenorganisationen, Gewerkschaften, Jugendorganisationen, Berufsorganisationen und Individuen für ein gemeinsames Ziel genutzt werden: ganz Europa von Atomwaffen zu befreien.

Wir müssen damit anfangen, so zu handeln, als ob ein vereintes, neutrales und friedliches Europa bereits existiere. Wir müssen lernen, nicht gegenüber dem ‘Osten‘ oder dem ‘Westen‘, sondern untereinander loyal zu sein, und wir müssen uns über die von den Nationalstaaten verhängten Verbote und Beschränkungen hinwegsetzen.

Journal of European Nuclear Disarmament

Da Gerhard Jordan einen Großteil seines privaten Archivs dem Grünen Archiv übergab, verfügen wir über interessante Bestände zur österreichischen, europäischen und weltweiten Friedensbewegung, unter anderem zu END. Das “Journal of European Nuclear Disarmament” erschien zwischen 1982 und 1989 in insgesamt 37 Ausgaben. Für den heutigen Blogbeitrag haben wir 12 Coverbilder dieser Zeitschrift ausgesucht.

274/366: Grüne Erde und Alternativ-Versand. Katalog 1987/88

Traum & Wissen. Cover des Katalogs 1987/1988.

Traum & Wissen. Cover des Katalogs 1987/1988 von Alternativ-Versand und Grüne Erde.

Einen Katalog des Linzer Alternativ-Versands und des Scharnsteiner Unternehmens “Grüne Erde” aus dem Jahr 1987/88 haben wir letzte Woche im Archiv entdeckt. Eine schöne Erinnerung an diesen Teil der Alternativbewegung.

// Schon seit mehr als 10 Jahren sind die Leute vom ALTERNATIV-VERSAND immer wieder Pfadfinder auf dem Gebiet der kritischen Literatur, bei den ökologischen Sachbüchern und bei Büchern, die dem Leser Zugang zum eigenen Körper und zu seiner Spiritualität geben könnten. NatürIich ist immer auch ein Schuß Witz und Zärtlichkeit dabei. In diesem geistigen Umfeld ist auch die GRÜNE ERDE vor 4 Jahren im oberösterreichischem Elfenthal (Almtal) entstanden. Du wirst vielleicht schon wissen, daß diese fleißigen Erdlinge inzwischen viele tausende Naturfutons, Kissen, Jogamatten in Handarbeit erzeugen und darüberhinaus auch traumhaft schöne und preiswerte Naturholzbetten entwickelt haben. Für diesen Herbst/ Winter haben wir den Traum und das Wissen verknüpft und wünschen Dir viel Spaß und Anregungen mit diesem Katalog. //

236/366: “Liegen Sie manchmal gerne im grünen Gras?” – die Burggarten-Bewegung 1979-1981

Gewähren Sie Rasenfreiheit! Der erste Beitrag unseres Gastautors Stefan Wolfinger widmet sich der Burggarten-Bewegung, die eines der ersten Lebenszeichen der Alternativbewegung in Wien darstellte.


Kyle Cheungs Bild aus dem Burggarten: Keep off the lawns! Lawns were made to be lied upon.

Kyle Cheungs Bild aus dem Burggarten: “Keep off the lawns! Lawns were made to be lied upon”. Flickr, 13. Juni 2011, CC-BY-NC-ND

Heutzutage werden hier Lachyoga-Runden abgehalten, Ice Cream Festivals gefeiert, Slacklines zwischen den Bäumen gespannt. Gruppen von Einheimischen und TouristInnen sitzen wie selbstverständlich auf dem Rasen. Ende der siebziger Jahre war der Wiener Burggarten jedoch ein Ort, an dem nicht nur symbolisch darum gekämpft wurde, wem der öffentliche Raum gehört. Damals gab es in Wien kaum Freiräume für Jugendliche, an denen sie sich ohne Konsumzwang treffen oder Veranstaltungen organisieren konnten. Dagegen wehrten sich spontan gegründete hierarchielose Gruppen von jugendlichen AktivistInnen, die sich im Frühjahr 1979 zur so genannten “Burggarten-Bewegung” formierten.

Über das strenge Verbot des Betretens der öffentlichen Grünfläche des Burggartens wachten Polizisten der nahe gelegenen Wachstube. Unterstützt wurden die Ordnungshüter auch von älteren ParkbesucherInnen, die Verstöße mit Empörung und Genuss meldeten.

Unter dem Motto “Freiheit für den Burggarten” begannen die AktivistInnen damit, sich einfach ins Gras zu setzen. Die Gegenseite reagierte zunächst noch harmlos: Sie begann, den Rasen beständig zu bewässern, um die Sit-ins möglichst unangenehm zu gestalten. Die DemonstrantInnen hielt das nicht ab, im Gegenteil: Sie fanden sich weiterhin jeden Samstag im Burggarten zusammen und ihre Zahl wuchs im Laufe von Frühjahr und Sommer 1979 auf 200 bis 300 an. Die AktivistInnen trafen sich auch regelmäßig zu Plenarversammlungen im Amerlinghaus und stellten politische und gesellschaftskritische Forderungen auf, etwa die nach einem selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrum.

Der “Kronen Zeitung” war die Bewegung suspekt. Sie behauptete, dass die Jugendlichen nicht nur unerlaubterweise die Grünfläche betreten, sondern sich auch zu öffentlichem Rauschgiftkonsum, Sexorgien und sogar zum Entenmord treffen würden.

Am 15. September 1979 wurden die DemonstrantInnen schließlich von der Polizei im Burggarten eingeschlossen und mit Gummiknüppeln vom Rasen geprügelt oder verhaftet. Doch schon am nächsten Tag kamen erneut DemonstrantInnen, diesmal auch eine Gruppe, die von “Skandalsängerin” Nina Hagen angeführt wurde: Die Künstlerin hatte am Vortag von den Protesten gehört und die BesucherInnen ihres Konzertes aufgerufen, sich den AktivistInnen anzuschließen. Wieder wurden DemonstrantInnen, die sich den Anordnungen der Polizei widersetzten, mit Gummiknüppeln und Faustschlägen “zur Vernunft” gebracht. Einige wurden auch an den Haaren ins Polizeikommissariat geschleift. Lesen Sie weiter

227/366: UNO-City versus Ökodorf

Ursula Baatz: Ökodorf im Prater (1979)

Ursula Baatz: Ökodorf im Prater (1979)

Ein Kontrastprogramm zur Eröffnung der UNO-City und zur internationalen Konferenz über die “Neue Weltwirtschaftsordnung” organisierte das österreichische “Forum – Alternativ” im Jahr 1979: Arbeitskreise zu Arbeitskollektiven, sanfter Geburt, Alternativer Energieproduktion und Naturmedizin wurden abgehalten, Straßentheater mit Dritte-Welt-Thema aufgeführt und im “Ökodorf” im Wiener Prater alternatives Leben, Essen und Wohnen vorgeführt. “Das Forum – Alternativ versteht sich selbst als Zwischenstation auf dem Weg zum selbstverantwortlichen, selbstverwalteten, selbstbestimmenden Menschen in einer Umwelt, die den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen entspricht”, schrieb Ursula Baatz in der Zeitschrift “Frischfleisch” 22/1979 (Wiederabdruck in “Frischfleisch & Löwenmaul” 30/1981). Der Text wird mit freundlicher Genehmigung der Autorin (www.ursula.baatz.at) wiedergegeben.

Download im Original-Layout: 227-baatz-oekodorf-prater (PDF, 1,6 MB)


Was im Ausland schon seit zwei Jahren bekannt ist, pries die Kronen-Zeitung im März dieses Jahres als Veranstaltung der Superlative in Kriminalpolizei-, Hotel- und Unterhaltungsbranche an: die feierliche Eröffnung der UNO-City im August und die UNCSTD (United Nations Conference on Science and Technology for Development – Konferenz der Vereinten Nationen über Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung) berät über die von den Entwicklungsländern geforderte “Neue Weltwirtschaftsordnung“.

Die Länder der Dritten Welt wollen neben anderen Forderungen (Indexierung der Rohstoffpreise, d.h. Anpassung an die Teuerung der Industriegüter, Recht auf Nationalisierung der ausländisch beherrschten Betriebe und Rohstoffabbaustätten), um den industriellen Vorsprung der Industrienationen aufholen zu können, einen billigeren Zugang zum technischen Know-How und den Patenten. Dazu soll auf dieser Konferenz ein “Kodex für den Transfer von Technik” ausgearbeitet werden.

Dies ist verständlich, wenn man die UNO-Statistik für die Jahre 1966 -1970 ansieht: danach investierten multinationale Konzerne in Konzernfilialen in Entwicklungsländer ohne Erdöl 4,9 Mrd. $ und entnahmen 7,6 Mrd. $ Gewinne; in 7 Ölländer wurden 1,9 Mrd. $ investiert und 16,2 Mrd. $ Gewinn entnommen. Was auf diese Weise gefördert wird, ist eine “Entwicklung der Unterentwicklung”; die den Gegensatz zwischen den industrialisierten Metropolen und der allmählich verelenden[den] Peripherie der Entwicklungsländer zunehmend verschärft. Ein solches ungleiches Verhältnis gibt es aber bereits auch zwischen den industrialisierten Entwicklungsländern (Submetropolen) und den noch ärmeren Nationen.

Ob die auf der UNCSTD beschlossenen Maßnahmen tatsächlich diese Situation positiv verändern werden, ist mehr als fraglich. Denn durch ein Abkommen über billigen Technologie-Transfer wird die krasse Einkommensdifferenz in Ländern der 3. Welt nicht berührt – in Entwicklungsländern beträgt das Einkommen der obersten 5 % der Bevölkerung 20 – 40 Mal soviel wie das Einkommen der ärmsten Bevölkerungsschichten; in Lateinamerika lebt die Hälfte der Bevölkerung von 35 % des durchschnittlichen Pro -Kopf-Einkommens – und den daraus entstehenden Machtverhältnissen. Wie das Beispiel Iran zeigt, dient die Industrialisierung primär der Oberschichte und der Finanzierung von unverhältnismäßigem Luxus und Militärbudgets. Das Geschehen in Persien läßt sich als Folge eines extrem forcierten Industrialisierungsprozesses verstehen, der die gewachsenen Strukturen aus dem Gleichgewicht brachte.

Dee sozialen Folgen des Technologie-Transfers lassen sich sehr leicht durch Zahlen deutlich machen: In Westafrika etwa verdrängten zwei Plastikpreßmaschinen, die jährlich 1,5 Millionen Paar Plastiksandalen herstellen und nur 40 Leute zu ihrer Bedienung brauchen, in wenigen Jahren 5000 Handwerker – Gerber, Zwirndreher, Schuster… und während früher die meisten Materialien aus dem Land selbst stammten, müssen heute Maschinen und Rohstoffe importiert werden. Arbeitslosigkeit durch Einführung neuer Technologien ist aber keineswegs nur ein Problem der Entwicklungsländer. Dies haben die Streiks in der Druck- und Stahlindustrie gezeigt, bei denen es ebenfalls um Erhaltung von Arbeitsplätzen ging. Die Krise in der Energieversorgung, die Frage der Kernkraftwerke, die zunehmende Zerstörung der Umwelt durch Industrieanlagen und -produkte – es ist offensichtlich, daß die Frage, wer wie welche Technologien benutzt, von globalem Interesse ist und nicht bloß eine Frage der Entwicklungspolitik. Lesen Sie weiter

209/366: Atomteststopp jetzt

Atomteststopp jetzt!

Atomteststopp jetzt!

“Ich bin auch für den Teststopp, aber was kann ich schon dafür tun?”

Das war eine der häufigsten Reaktionen, als wir die ersten 70.000 Unterschriften für einen sofortigen, weltweiten Atomteststopp gesammelt haben.

Jetzt können wir eine sehr konkrete Antwort darauf geben: Die Aktionen der Österreichischen Friedensbewegung, die 70.000 Unterschriften, haben bewirkt, daß der österreichische Ministerrat sich mit einem einstimmigen Beschluß an die Regierungen der USA und der UdSSR gewandt hat, in dem unter anderem festgehalten wird:

“Österreich fordert, daß bis zum Abschluß eines vollständigen Atomteststopp-Vertrags auf weitere Nukleartests verzichtet wird, da dies ein konkreter Schritt zur Beendigung des atomaren Wettrüstens wäre.”

Nicht nur in Österreich, sondern auch international erheben sich immer mehr Stimmen gegen den Wahnsinn des Wettrüstens (für einen Teststopp treten unter anderem ein: Die Initiative der sechs Staats- und Regierungschefs, die Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg, führende Politiker weltweit, bis in Regierungskreise der USA, das US-Repräsentantenhaus, einzelne Wissenschaftler und ganze wissenschaftliche Organisationen, Gewerkschaften, führende Vertreter kirchlicher Organisationen, z.B. die US-amerikanische Bischofskonferenz, …). Die Forderung nach Atomteststopp nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein und das mit Recht!

  • Mit Hilfe der Atomtests werden immer neue, noch schrecklichere Waffen entwickelt; das gilt insbesondere für das SDI-Programm der USA, das das Wettrüsten auf den Weltraum ausdehnen würde.
  • Weiters soll mit den Tests überprüft werden, wie sich die Technik unter den Bedingungen eines Atomkriegs “bewährt”.
  • Auch unterirdische Tests stellen eine radioaktive Belastung der Umwelt dar, da immer wieder Strahlen in die Atmosphäre gelangen.
  • Ein vollständiger Atomteststopp wäre ein wesentlicher Beitrag zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Kernwaffen.
Aktionen der österreichischen Friedensbewegung für den Atomteststopp.

Aktionen der österreichischen Friedensbewegung für den Atomteststopp.

Forderung nach Moratorium

Ein konkreter Weg zu einem Atomteststopp-Abkommen hat sich mit dem 19monatigen Verzicht der Sowjetunion auf Atomtests gezeigt. Wir fordern, daß es jetzt zu einem beiderseitigen Moratorium der USA und der UdSSR kommt – die Sowjetunion hat angeboten, ihre Tests auf des Grundlage der Gegenseitigkeit, wenn auch die USA auf ihre Versuche verzichten, wieder einzustellen.

Ein umfassender, weltweiter Atomteststopp-Vertrag wäre ein erster Schritt zur Beendigung des Wettrüstens. Deshalb sind auch in Österreich weitere Aktivitäten dafür notwendig!

Beteiligen auch Sie sich/beteilige auch Du Dich an den Aktionen der Österreichischen Friedensbewegung. Gemeinsam für “Atomteststopp Jetzt!”

Unterschriftenlisten, Materialien, Informationen, … gibt es bei: Österreichische Friedensbewegung, in der Informationsstelle für Friedensarbeit; Kenyongasse 18, 1070 Wien, Tel.: 0222/93 19 494. (DI und DO zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr)

205/366: Einladung zum Frauenfriedenscamp in Saalfelden

Einladung zum Frauenfriedenscamp in Saalfelden (1983)

Einladung zum Frauenfriedenscamp in Saalfelden (1983)

“Wir wollen die Friedensarbeit nicht den Männern überlassen, weil wir glauben, daß ihr Friede noch lange nicht der unsere ist”. Vor 33 Jahren, im Juli 1983, fand in Saalfelden das Frauenfriedenscamp statt. Das antimilitaristische und feministische Protestcamp richtete sich gegen alltägliche Gewalt an Frauen und gegen militärische Bedrohung. Der Beginn der Frauenfriedenscamps kann im Greenham Common Women’s Peace Camp gesehen werden, wo 30.000 Frauen gegen die Stationierung von Atomwaffen in einer Basis der britischen Luftstreitkräfte in Wales protestierten.

Download der ganzen Einladung: 205-frauenfriedenscamp-saalfelden (PDF, 1 MB)


Wer wir sind

Wir sind Frauen, die sich der Frauenbewegung verbunden fühlen. Wir wollen die Friedensarbeit nicht den Männern überlassen, weil wir glauben, daß ihr Friede noch lange nicht der unsere ist. Wir organisieren ein Camp, weil wir Frauen treffen wollen, denen es gleich geht wie uns.

Was wir mitbringen

eine große Wiese zum Zelten, eine ausgebaute Scheune für verregnete Tage, einen Teich, Kinderbetreuung, eine Feuerstelle zum Kochen.
Weiters bereiten wir ein Training in gewaltfreier Aktion vor, wollen mit euch Theater, Pantomime, Spiele und Musik machen und Workshops zu verschiedenen Themen anbieten: z. B Gewalt an Frauen, Frauen und Militär, Öffentlichkeitsarbeit, und viel Vorfreude und Energie.

Was wir uns wünschen

Wir wollen 2 Wochen mit Frauen gemeinsam leben, spielen, tanzen, lachen,… diskutieren, Erfahrungen austauschen, Aktionen planen und machen…


Zum Weiterlesen

153/366: Gewaltfreier Widerstand gegen Castor – ein Bericht

Der starke Staat zeigt seine politisch-demokratische Schwäche, Bericht über den Castor-Transport im Frühjahr 1997 (Grünes Archiv)

Der starke Staat zeigt seine politisch-demokratische Schwäche. Bericht über den Castor-Transport im Frühjahr 1997 (Grünes Archiv)

Die Anti-AKW-Bewegung in Deutschland wurde auch immer wieder von österreichischen Atomkraftgegner_innen unterstützt. Daher sammeln wir im Grünen Archiv auch Materialien aus unserem Nachbarland. Eine besonders interessante Broschüre stammt von der Bürgerrechtsbewegung “Komitee für Grundrechte und Demokratie“, die ihre Beobachtungen bei den Demonstrationen und Blockaden gegen den  dritten “Castor-Transport” im Jahr 1997 schildert. Castor steht dabei für “cask for storage and transport of radioactive material”, also Behältnis für die Aufbewahrung und den Transport von radioaktivem Material. In solchen Behältern wurde Atommüll aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben transportiert.

Im Blog bringen wir einige Passagen aus dem Bericht “Der starke Staat zeigt seine politisch-demokratische Schwäche”, die sich auf die Organisation des gewaltfreien Widerstandes beziehen.


// Innerhalb der Polizei fand eine Diskussion um die Gefährdungen der eingesetzten BeamtInnen durch die Begleitung dieser Transporte statt. Insbesondere Greenpeace hatte über Strahlengefährdungen informiert. Der Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei und die “Junge Gruppe” der Gewerkschaft der Polizei (Bundesgrenzschutz Mitte) sprachen sich deshalb für eine Verschiebung des Castor-Transportes aus.

Die Einsatzleitung der Polizei führte vorab Gespräche mit den Gruppen, die an der Organisation des Protestes beteiligt waren, und beteiligte sich an öffentlichen Diskussionsveranstaltungen über die bisherigen Erfahrungen des polizeilichen Vorgehens und die geplante Einsatzstruktur. Im Wendland traf sich der Einsatzleiter zu einem Gespräch mit Vertretern der Organisatoren des Protestes.

Das “Bonner Forum BürgerInnen und Polizei” lud zu einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der BI, des Komitees für Grundrechte und Demokratie und der Polizeieinsatzleitung ein. Über die bisherigen Erfahrungen bei den Transporten, die gegenwärtigen Planungen und das Einsatzkonzept der Polizei wurde kontrovers diskutiert. An dieser Veranstaltung nahmen auch viele PolizeibeamtInnen der unterschiedlichen Ebenen teil. Ein Bereitschaftspolizist kritisierte die Vorbereitung der letzten Polizeieinsätze im Wendland, an denen er teilgenommen hatte. Sie seien “heiß gemacht” und auf “Autonome” vorbereitet worden. “Doch dann sollte ich auf Menschen einknüppeln, die mir kurz zuvor noch Tee und Kaffee gereicht hatten, den uns die Einsatzleitung nicht gab.”

Anfang diesen Jahres hatte die “Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion – Kurve Wustrow” international zur Beteiligung an einem “Gorleben Peace Team” aufgerufen. Anknüpfend an die Erfahrungen der Friedensdienste in gewaltfreier Konfliktbearbeitung sollten diese Erkenntnisse diesmal statt für “den Süden” für “den Norden” nutzbar gemacht werden. Ein Team von 6 MenschenrechtsaktivistInnen aus vier Ländern (Ecuador, Nigeria, Mazedonien, USA) traf sich eine gute Woche vor Beginn des Transportes im Wendland und bereitete sich auf die Beobachtung der Vorkommnisse vor. Gorleben International Peace Team (GIPT) war der Name, unter dem sie in diesen Tagen unter internationalen Gesichtspunkten die Vorgänge und Ereignisse beobachteten. […] Lesen Sie weiter

129/366: Zwentendorf – hätte man sich das nicht früher überlegen können?

“Hätte man das sich nicht früher überlegen können und lieber früher gestoppt anstatt es fertig zu bauen und somit mehr Steuergeld zu verschwenden?” – Diese Frage stellte uns vor einiger Zeit ein Schüler, der ein Referat über das AKW Zwentendorf halten sollte. Da wir gestern die Möglichkeit hatten, an einer Führung durch das AKW teilzunehmen, und auch einige optische Eindrücke mitgebracht haben, veröffentlichen wir heute im Blog unsere Antwort an den Schüler – etwas ausführlicher als “ja” – und freuen uns über Rückmeldungen und Ergänzungen dazu!

alle Bilder: Grünes Archiv/Monika Bargmann, CC-BY


Frage 1: Man weiß ja, dass das Atomkraftwerk in Zwentendorf sehr viel Steuergeld gekostet hat. Wie möchten Sie das den heutigen Steuerzahler bzw. die zukünftigen Steuerzahler (also uns Schüler) erklären, dass sie bzw. wir bis heute noch für das AKW zahlen müssen in Form von Steuergeld?

Antwort: Die Grünen als Partei haben damals noch nicht existiert und waren an der Entscheidung somit nicht beteiligt. Wir wollen uns damit nicht um eine Antwort drücken, schlagen aber einen Perspektivenwechsel vor: Bedenken Sie, was das Kraftwerk – finanziell, gesundheitlich, menschlich – gekostet hätte, wenn es in Betrieb gegangen wäre!

  • Betriebskosten – der Betrieb von Kernkraftwerken ist normalerweise mit einer kräftigen Subvention verbunden, die die gesamte Bevölkerung zwangsläufig mitfinanziert. Aktuelles Beispiel: Hinkley Point (UK), wo es um mehrere Milliarden Euro geht.
  • Kosten für den Abbau nach dem Ende der Laufzeit
  • Strahlung im regulären Betrieb –Umweltwissenschaftler wie Peter Weish weisen darauf hin, dass radioaktive Strahlung auch weit unter dem Grenzwert schädliche Einflüsse auf menschliche Zellen hat.
  • Unfallgefahr – Zwentendorf liegt in einer Erdbebenregion und ist damit ein besonders unsicherer Standort.
  • Grundwasserreserve –Selbst ein “kleiner” Atomunfall in Zwentendorf hätte weite Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung von ganz Ostösterreich gehabt, wenn nicht sogar – durch die Donau – weit darüber hinaus. Denken Sie an den Reaktorunfall von Tschernobyl, der Auswirkungen auf Österreich hatte, obwohl das Kraftwerk über tausend Kilometer entfernt ist.
  • Zwischenlager – es gab Verhandlungen, den Atommüll in Ländern des Nahen Ostens zwischenzulagern. Angesichts der politisch instabilen Lage, die in dieser Region heute herrscht, wäre das wohl keine gute Idee gewesen.
  • Ungelöste Frage des Endlagers –Es gibt heute weltweit kein Endlager für radioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken. Die Frage, wo und wie man diese Abfälle sicher verwahrt, ist also vierzig Jahre später noch immer nicht geklärt. Diese Last hinterlassen wir unseren Urururur…enkeln und Urururur…enkelinnen. Wenn wir das mit den Kosten des nicht in Betrieb genommenen Baus vergleichen, finden wir, dass wir so besser ausgestiegen sind – auch wenn es natürlich besser gewesen wäre, es wäre erst gar nicht gebaut worden.

Frage 2: Nach dem Bau des Kraftwerkes entschied man sich, das Kraftwerk nicht in Gebrauch zu nehmen. Hätte man das sich nicht früher überlegen können und lieber früher gestoppt anstatt es fertig zu bauen und somit mehr Steuergeld zu verschwenden?
Frage 3: Glauben Sie nicht, dass der Staat Österreich bei diesem Projekt einfach versagt hat? Geben Sie mir recht? Wenn nicht, bitte mit Begründung?

Antwort: Mit dem Wissen der Nachwelt gesprochen: Ja, klar wäre viel besser gewesen, es gleich gar nicht zu bauen! Es war aber für unser Land und die Bevölkerung gut, dass ein schwerer Fehler eingesehen wurde – wenn auch deutlich später als wünschenswert. “Der Staat” als Gemeinschaft insgesamt hat meiner Einschätzung nach nicht versagt – ganz im Gegenteil, da war der Kampf gegen das AKW ein Meilenstein der BürgerInnenbeteiligung bzw. des Aufbegehrens der Bevölkerung gegen falsche Entwicklungen. Schließlich sind wir alle der Staat! Bei der Zwentendorf-Diskussion waren die finanziellen Mittel und die Kontakte zu den Medien zwischen AtomkraftgegnerInnen und AtomkraftbefürworterInnen sehr ungleich verteilt. Dennoch ist es gelungen, eine breite Basisbewegung in ganz Österreich auf die Beine zu stellen, in der verschiedenste Bevölkerungsgruppen – Mütter, Studierende, Gewerkschafter, Schülerinnen, Bauern… – vertreten waren. Der Konflikt war keiner zwischen “rechts” und “links”, sondern viel eher einer zwischen “oben” und “unten”. “Versagt” oder aus heutiger Sicht falsch gehandelt haben mehrere Personen und Organisationen. Dabei gibt es verschiedene Aspekte, die das nicht unbedingt “entschuldigen”, aber zumindest erklären könnten:

  • Die handelnden PolitikerInnen waren anfangs wohl falsch beraten bzw. durchschauten die Interessen, die hinter den Aussagen bestimmter Organisationen wie der Energiewirtschaft standen, nicht. Und wie es so ist, glaubt man eher den Personen, die das bestätigen, was man schon vorher geglaubt hat, bzw. hört man überhaupt nur das, was man hören will. Eine feste Meinung zu ändern, ist manchmal gar nicht so leicht.  Als die Nachteile dann immer offensichtlicher wurden, kam dann vielleicht eine große Portion Sturheit dazu – so stellt sich das jedenfalls für mich aus heutiger Sicht dar. Vor allem nach Tschernobyl war die Ablehnung der Atomkraft dann viel verbreiteter als in den späten 1970er Jahren.
  • Die Expertinnen und Experten, die für Gutachten engagiert wurden bzw. sich dann zu Wort meldeten, waren in vielerlei Hinsicht absolut gegensätzlicher Meinung. Fachlich unumstrittene ExpertInnen sprachen sich für die Atomkraft aus, kannten aber teilweise den konkreten Standort und seine schlechte Eignung gar nicht. Wenn der “Herr Professor” sagt, da kann nix passieren, warum sollte man ihm als Nicht-Expertin nicht glauben? Ob es dabei nur um unterschiedliche wissenschaftliche Denkschulen bzw. veraltete Herangehensweisen ging, ob sich manche Personen einfach weitere finanziell interessante Aufträge für Gutachten erwarteten oder was da sonst noch mitgespielt hat, darüber maße ich mir kein Urteil an.
  • Atomkraftwerke galten als umweltfreundliche Art der Energiegewinnung. Wenn man sich heute die Diskussion um die Bewältigung des Klimawandels bzw. Eindämmung der Erderwärmung ansieht, werden exakt die gleichen Argumente pro Atomkraft wie damals angeführt.
  • Für weite Teile der SPÖ und der Gewerkschaften stand die Schaffung von Arbeitsplätzen, die man mit Zwentendorf in Verbindung brachte, im Vordergrund. Das Waldviertel war und ist eine strukturschwache und wirtschaftsschwache Region, da erhoffte man sich eine dringend nötige Belebung.
  • Bundeskanzler Kreisky hat ja nicht mit einer Ablehnung gerechnet. Das Ergebnis war ja auch sehr knapp und sicher eine Überraschung.

Frage 4 : Bevor man den Bau des Kraftwerkes begonnen hätte, wäre es doch sinnvoll gewesen, den Bauplan bei der Gemeinde aufschlagen, damit sich die BürgerInnen informieren und danach hätte der Staat Österreich doch eine Abstimmung gefordert. Somit hätte man sich viel Steuergeld einsparen können. Stimmen Sie zu?

Gegenfrage: Was würden Sie dem bloßen Bauplan eines Kraftwerks entnehmen können? Ich meine damit, dass ein bloßes Auflegen eines Projektes, das so komplex ist und so weitreichende Folgen haben kann, auf den Gemeindeämtern keine qualifizierte Entscheidung ermöglicht. Dazu gehört eine breit geführte, öffentliche Debatte, das Hören von Pro- und Contra-Stimmen… Bei der Zwentendorf-Diskussion wurden bestimmte Gutachten nicht nur der Bevölkerung, sondern auch z.B. den RegionalpolitikerInnen wie dem niederösterreichischen Landeshauptmann vorenthalten. Man kann daraus lernen, dass solche Gutachten irgendwann dennoch ans Tageslicht kommen und man besser gleich die Öffentlichkeit mit einbezieht. Im Kreisky-Archiv habe ich einmal einen Brief gesehen, wo die Besitzerin eines Steinbruchs der Regierung ihr Grundstück für die Lagerung von Atommüll anbietet – denn der Steinbruch sei sechzehn Meter tief und daher mehr als ausreichend, und außerdem müsse es ja niemand wissen. Ich möchte mich nicht über diese Person lustig machen – das sei nur als Beispiel gedacht, was passiert, wenn die Informationen über die tatsächlichen Auswirkungen von Atomenergie und Atommüll fehlen.


Literatur

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